VALUE
Der Ansatz von 1929
Genauer gesagt: von 1928. Damals nämlich wurde der erste dezidierte Value-Fonds gegründet - passenderweise ein Jahr vor dem 'Großen Crash'. Der 32-jährige amerikanische Wirtschaftsjournalist Philip Carret gründete Pioneer Investments. Der Fonds bewährte sich im Crash 1929-32: er verlor nur 50% (der DowJones 90%, der breite Markt noch mehr) und hatte die Verluste schon sechs Jahre später wettgemacht (der Dow schaffte das erst 1954).
Benjamin Graham: Lehrmeister der Wall Street
Erst nachdem die schlimmsten Verluste überstanden waren. machte sich ein ebenfalls amerikanischer Professor daran, die Theorie auszuformulieren: Benjamin Graham. "Intelligent Investieren" heißt das Buch, und Graham hat nicht nur theoretisch ausgebildet, sondern selbst sehr erfolgreich investiert. Sein späteres, umfangreiches Lehrbuch "Wertpapieranalyse", das er gemeinsam mit W. Dodd schrieb, wird nicht ohne Grund seit 1938 laufend aufgelegt.
Internationale Wert-Suche
1954 gründete ein weiterer junger Anlageberater - schon einige Jahre erfolgreich tätig - einen Investmentfonds: John Templeton. Auch er wurde später geadelt (Sir John), und der Fonds war natürlich der Templeton Growth. Das "Growth" im Namen hat schon viele verwirrt: es steht nicht für den Growth-Ansatz (den es damals noch gar nicht ausformuliert gab), sondern grenzt das Anlageziel des Vermögenswachstums gegenüber hoher Ausschüttungen ab. Templeton investierte als erster weltweit.
Value 'made in Germany'
Einer der profiliertesten deutschen Vermögensverwalter hat sein mehrstufiges Auswahl-Verfahren ebenfalls auf dem Value-Ansatz aufgebaut: Dr. Jens Ehrhard. Seine Methode heißt "FMM": fundamental, monetär und markttechnisch. Neben dem gleichnamigen Fonds gibt es heute eine ganze Riege aus dem Hause DJE, die alle dasselbe Grundprinzip verfolgen.
Weitere Value-Investoren
Ein weiterer, seit vielen Jahren erfolgreicher Value-Investor ist der Düsseldorfer Vermögensverwalter Frank Lingohr. Wie auch Jens Erhard managt er keine Einzeldepots mehr, sondern verwaltet nurmehr Investmentfonds. Sein Ansatz ist dabei ein quantitativer: sein Programm "Chicco" filtert ständig Unternehmen gemäß bestimmter Kriterien. Paradepferd seiner Fonds ist m.E. der Lingohr-Systematic.
In den Spuren seines berühmten Vorbilds wandert der bekennende Buffett-Fan Dr. Hendrik Leber von Acatis. Der bei Universal aufgelegte Acatis Aktien Global konnte just sein 10-jähriges Jubiläum feiern und wird wegen seiner Konstanz und Ergebnisse mit vielerlei Preisen bedacht.
Vom Großen ins Kleine
zog es die früheren Star-Fondsmanager der UNION-INVEST Dr. Christoph Bruns und Frank Meier. Beide waren für das gute Abschneiden der genossenschaftlichen Fonds in den 90er Jahren verantwortlich. Zu Zeiten des Internet-Hypes warnte Bruns öffentlich vor völlig überbewerteten Tech-Titeln. Geld und Größe allein sind nicht für alle alles im Leben: den beiden ist eine Arbeit im Einklang mit ihren persönlichen Werten (sic!) so wichtig, daß sie lieber zur kleinen, unabhängigen Vermögensverwaltung LOYS wechselten.
Value-Investment praktisch: die LOYS-Methodik
Sehr anschaulich finde ich die nachfolgenden Auszüge einer Präsentation aus dem Hause LOYS, die klassisches Value-Investment illustriert - daher dürfte sie auch für die Vorgehensweise der anderen gelten.








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