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: Steuern und Abgaben

Steuern und Abgaben sind grundsätzlich notwendig

Unser Gemeinwesen finanziert sich über Steuern und Abgaben. Der Sozialstaat sorgt dafür, daß niemand "hinten herunterfällt", daß aufgefangen wird, wer strauchelt und diejenigen, die sich nicht selbst zu unterhalten vermögen, menschenwürdig leben können. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil, darf man das 'Soziale Netz' durchaus zu den Errungenschaften der Moderne zählen.

 

Allerdings wird von Seiten der Verantwortlichen übersehen, daß wir nicht nur ein Verteilungsproblem haben, sondern daß vor das Verteilen das Erwirtschaften kommt. Die umfänglichen Segnungen aus dem sozialen Füllhorn konnten erst ausgeschüttet werden, nachdem die industriell-ökonomische Revolution ab dem XVIII. Jahrhundert das Leben breiter Kreise der Bevölkerung auf eine deutlich verbesserte Basis stellte. (Früher lebten die meisten Menschen 'von der Hand in den Mund' - schlicht deswegen, weil insgesamt nicht genug für alle erwirtschaftet werden konnte).

€ 700'000'000'000 JÄHRLICHE Sozialausgaben

Es bleibt zuwenig Netto

Nich wenige Menschen geben auf die Frage nach ihrem Einkommen ihr Netto-Einkommen an. Nachvollziehbar, denn vom Brutto 'sieht' man ja nur dieses auf der Überweisung... Aus gutem Grund nimmt der Gesetzgeber die Arbeitgeber in die Pflicht, um Steuern + Sozialabgaben gleich direkt abzuführen. Somit werden die Personalabteilungen Hilfskräfte des Finanzamts und der Sozialkassen.

 

Ob die alltäglichen politischen Verschiebe-Spielchen weiterhin so klaglos von der Bevölkerung ertragen würden, müßte jeder seine Steuern und Abgaben direkt entrichten? In Ländern, wo das so ist, befinden sich sowohl die Steuerquote als auch die Sozialsysteme in erheblich gesünderem Zustand (u.a. in der Schweiz).

FOCUS rechnete jüngst nach, wieviel von 3% Brutto-Gehaltssteigerung bleibt

Wer den Staat finanziert

zeigt diese Graphik ohne viele Worte. Übrigens: Die Einkommensteuer wurde in Preußen erst 1891-93 eingeführt; sie belastete nur die obersten 10% der Einkommensbezieher und hatte einen Steuersatz von 7% (lange, lange ist's her...)

Heimlich tückisch: die "kalte Progression"

Als der Einkommensteuertarif nach dem II. Weltkrieg neu geschrieben wurde, betrug der Spitzensteuersatz zwar noch 56% (heute: 42% + Soli) ABER: man mußte das Zwanzigfache (!) des Durchschnitts-Einkommens verdienen, um dorthin eingestuft zu werden. Heute reichen 120% oder das 1,2-fache des Durchschnittsverdienstes für einen Ledigen aus.

Dabei ist ein erheblicher Teil des Einkommensanstiegs nichts weiter als Inflationsausgleich. Der Staat verdient also prächtig an der Kombination von Inflation und Steuerprogression. Gegen diese "kalte Progression" zieht der Steuerzahlerbund schon seit langem zu Felde, er fordert einen inflations-angepaßten Steuertarif (den es übrigens in vielen anderen Ländern, nicht zuletzt in den USA, seit langem gibt).